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Der Prediger belehrt Gott über die Wichtigkeit des Namens.

Prediger: Gott?

Gott: Ja, Prediger?

Prediger: Wie wichtig ist eigentlich der Name eines Menschen?

Gott: Willst du eine ehrliche Antwort?

Prediger: Na klar!

Gott: Ziemlich unwichtig.

Prediger: Aber jeder von uns hat doch einen Namen! So unwichtig kann er also nicht sein.

Gott: Das stimmt, für die menschliche Gesellschaft sind Namen unerlässlich. Mit Namen bezeichnen die Menschen Dinge und Menschen, um sie gegeneinander abzugrenzen, um sie unterscheiden zu können, um über sie mit anderen reden zu können und um sie direkt anzusprechen. Aber für den Menschen selber, für das Individuum, für das jeweilige „Ich“ ist ein Name völlig unwichtig.

Prediger: Wie meinst du das? Der Name gehört doch zu einem jeden dazu. Ich bin der Prediger, „Kevin“ ist „Kevin“ und „Melanie“ ist „Melanie“.

Gott: Ja, für andere. Wenn wir von dem Bild reden, das andere von dir haben dann gehört da in erster Linie dein Name dazu, dann die Erfahrungen, die sie mit dir gemacht haben und die persönlichen Details, die du ihnen von dir erzählt hast. Aber wenn wir von dem Bild reden, dass du von dir selber hast, dann gehört da der Name nicht dazu.

Prediger: Wieso nicht?

Gott: Du als Person alleine bestehst aus deinem Körper, deinen Erfahrungen, deinen Wünschen, deinen Ängsten, deiner Einstellung zum Leben, deiner Liebe und deinem Hass. Diese Dinge machen dich als Person aus. Würdest du alleine, ohne menschliche Gefährten leben – du bräuchtest keinen Namen, aber du wärst trotzdem „Du“.

Prediger: Stimmt, da hast du recht. Aber...

Gott: Ja?

Prediger: Du kannst den sozialen Aspekt des Menschen nicht einfach so ignorieren. Denk an Aristoteles und das „Zoon Politikon“, der Mensch definiert sich nunmal auch durch seine Rolle in der menschlichen Gesellschaft und zu dieser Rolle gehört auch ein Name!

Gott: Hmm... Wenn ich damals gewußt hätte, dass mir dieser Aristoteles immer wieder dreinfunken wird...Ja, du hast gar nicht so unrecht Prediger...

Prediger: Ich weiß...

Gott: Also dann kann der Name eines Menschen doch ein Bestandteil seiner Person sein.

Prediger: So ist es. Also doch nicht so unwichtig.

Gott: Nein, nicht unwichtig. Gute Nacht Prediger!

Prediger: Gute Nacht, Gott!

22.9.08 23:35
 


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