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     Masterknef






Der Prediger hat es satt.

Prediger:  Gott?
Gott:        Ja, Prediger?
Prediger:  Wie hältst du es eigentlich aus, ständig den Menschen bei der Zerstörung deiner Schöpfung zusehen zu müssen?
Gott:        Also um mal was klar zu stellen: Ich MUSS gar nichts. Ich bin aller Anfang und Ende. Ich bin Gott. Ich bin der verdammte scheiss Boss! Schon vergessen?
Prediger:  Jaja, schon gut. Reg dich wieder ab!
Also anders gefragt: Warum tust du nichts gegen die Zerstörung des Planeten?
Gott:        Schau, lieber Prediger. Bevor ich die Welt geschaffen habe war da nichts. Und wenn die Welt einmal vom Menschen zerstört ist, wird da auch nichts sein. Wozu also künstlich aufregen?
Prediger:  Na, weil eine deiner kleineren Schöpfungen deine grosse Schöpfung kaputt macht.
Gott:        Woher willst du wissen, dass nicht der Mensch meine grösste Schöpfung ist?
Prediger:  Weil der Mensch im Vergleich zum Planeten nur ein klitzekleines Würstchen ist!
Gott:        Ein einzelner Mensch schon, aber die Menschheit als ganzes ist doch viel mehr. Sie schafft es, sich dem Planeten anzupassen, um überall auf ihm zu überleben. Und wo sie sich dem Planeten nicht anpassen kann, da verändert sie eben den Planeten selbst. Das ist doch was, das musst sogar du zugeben!
Prediger:   Ja schon, aber wenn ich mir ansehe auf welche Weise der Mensch seine Umwelt „verändert“ dann kommt mir das Kotzen. „Zerstört“ wäre der treffendere Ausdruck!
Gott:        Das sind doch Haarspaltereien. Was ist schon „gut“ und „schlecht“? Doch wohl nicht viel mehr als Kategorien, die der Mensch erfunden hat. Welche Bedeutung sollten die auf die Welt außerhab des menschlichen Geistes haben?
Prediger:  Ok, schon gut. Punkt für dich. Aber dann lass uns eben die Handlungen des Menschen nicht ethisch beurteilen sondern nach den Auswirkungen, die sie auf die Welt haben. Soll der Mensch bitteschön tun was er will, solange es ihn selber betrifft. Und komm mir nicht mit dem Argument, dass die Menschheit auch so tolle und gute Dinge erfunden hat wie, Kunst, Literatur und Musik. Das, lieber Gott, interessiert ausser dem Menschen wohl niemanden! Ölpest, Klimwandel und Tierquälereien sind die Dinge, die bleibenden Eindruck auf dem Planeten hinterlassen!
Gott:        Prediger, ich sehe, du bist ein braver Christ und ein guter Mensch. Und ich verstehe was dich so sehr stört. Darum hör mir zu: Es stimmt. Der Mensch zerstört systematisch den Planeten, auf dem er lebt. Er ist für sämtliche warnenden Stimmen taub. Das Problem ist: der Mensch lebt zu kurz. Alle katastrophale Erfahrungen, die er in seinem mickrigen Leben macht, fahren mit ihm ins Grab. Natürlich weiss er von den schlimmen Dingen, die in der Vergangenheit passiert sind. Aber er hat sie nicht am eigenen Leibe erlebt. Deswegen hat er auch keine Angst davor.  Jede neue Generation müsste diese Erfahrungen auf ein neues machen, nur leider fügt sie dadurch auch dem Planeten immer neue Wunden zu. Hier stehen sich zwei fundamentale menschliche Eigenschaften gegenüber: Vernunft und Furcht. Die Vernunft ist zu schwach, um die Menschheit als Kollektiv zu beeinflussen und Furcht verspürt der Mensch meist erst dann, wenn es schon zu spät ist.
Prediger:  Du meinst also, die Menschheit sitzt der Illusion auf, dass sie mit ihrer Vernunft gegen alle Gefahren gewappnet ist und deswegen läuft sie offenen Auges in ihr Verderben?
Gott:        Genau.
Prediger:  Also müsste die Menschheit wieder einmal richtige Furcht erleben?
Gott:        So ist es.
Prediger:  Dann erklär mir doch bitte eines:
Gott:        Ja, aber gerne doch, Prediger.
Prediger:  Der einzige, der der Menscheit wieder so richtige Furcht einflößen könnte, bist du. Warum zum Henker tust du dann ichts gegen die Zerstörung des Planeten?  
Gott:        Schau, lieber Prediger, ...

20.7.08 19:39





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